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Athos, die autonome Mönchrepublik auf Chalkidiki

Wissenswertes über den Finger Athos

Athos ist eine orthodoxe Mönchsrepublik, die im Jahre 972 gegründet wurde und seit 1927 dem griechischen Souverän angehört, jedoch einen autonomen Status inne hat. Geographisch betrachtet ist es der so genannte östliche Finger von Chalkidiki und ragt schlank und etwas abgelegen in die nördliche Ägäis. Die knapp 2.000 Einwohner sind vorwiegend Mönche und ihr Domizil gilt als das letzte theokratische Staatsgebilde der Welt und als wichtige orthodoxe Pilgerstätte.

Die kleine Republik hat einen durch und durch spirituellen und gläubigen Charakter und wirkt gegenüber der äußeren Welt nahezu verschlossen. Insgesamt verteilen sich etwa 20 Großklöster und mehrere kleinere Klöster vorwiegend entlang der Küste: allesamt Teil des Weltkulturerbes der UNESCO. Das Zusammenleben in den Klöstern ist in großen Gemeinschaften nach autokratischem Muster organisiert. Auf Privatbesitz wird verzichtet; alles befindet sich in Gemeinsitz. In unmittelbarer Nähe den Klöstern zugehörig liegen auch jene Siedlungen, in denen die Mönche hausen. Die zeitliche Orientierung erfolgt anhand des Julianischen Kalenders, welcher etwa 13 Tage hinter der gewöhnlichen Zeitrechnung zurückliegt. Unter verkehrstechnischen Gesichtspunkten kann die Region als mittlerweile erschlossen betrachtet werden, wenngleich Gäste nur bis nach Ouranoupouli ohne Einschränkung anreisen können. Das kleine Städtchen ist der letzte Ort von touristischer Note vor der eigentlichen Mönchsrepublik selber. Hier finden sich viele Restaurants entlang der Uferpromenade im Dafni Hafen und auf dem Weg nördlich nach Trypiti gibt es mehrere Strandbuchten. Ebenso findet sich hier der Ausgangspunkt für die zahlreichen Bootstouren während jener einige Klöster, vor allem an der Westküste, aus der Ferne besichtigt werden können. Das freie Geleit innerhalb der Republik ist nur den Einheimischen gestattet. Das Landesinnere und vor allem der sehr gebirgige Süden sind lediglich über Maultierpfade zu erreichen; für den Süden gilt außerdem noch die Anreise über den Wasserweg. Athos ist ausschließlich ein Zielort für Reisen mit religiösem und spirituellem Hintergrund und daher kein typischer Urlaubsort. So sind es denn auch vornehmlich Mönche aus anderen Ländern, die diese Reise auf sich nehmen. Interessierte Pilger bedürfen eines entsprechenden, kurzzeitig geltenden Visums, welches in Thessaloniki im Ministerium für Nordgriechenland ausgestellt wird; insbesondere die Visen für nichtgriechische Interessierte werden hier ausgestellt. Die Bewilligung eines Antrages ist an die Einhaltung verschiedener Verhaltensregeln – und Kodexe gebunden und orientiert sich an der tolerierten Gesamtbesucheranzahl von 10 pro Tag.

Als sehr umstritten gilt die Tatsache, dass ausschließlich Menschen männlichen Geschlechts in die Republik einreisen dürfen. In der griechischen Mythologie gilt Athos als Garten der Gottesmutter und ein Betreten durch das weibliche Geschlecht ist damit ausschließlich der obersten Heiligen der orthodoxen Kirche, Maria, gestattet. Zu Ehren ihrer ist daher ein Zutritt für alles andere weibliche verboten. Das gilt demnach nicht nur für Menschen weiblichen Geschlechts, wo das Zutrittsverbot als „Avaton“ bezeichnet wird, sondern auch für weibliche Tiere. Ausgenommen davon sind lediglich Hühner und Katzen. Es soll zudem eine ungeteilte Konzentration auf die Gottesverehrung begünstigt werden, ohne etwa, dass die Mönche durch sexuelle Reize der Frauen abgelenkt werden könnten. Den Frauen bleibt damit nur die Besichtigung der Klöster während der Bootstouren rund um Athos. Der gleichnamige Berg im sehr ursprünglichen Südteil ragt etwa 2.000 m in die Höhe. Die Nordflanke des Berges gilt als ruppig und steil aufgerichtet. Die Südseite jedoch bietet einen geeigneten Pfad, um ohne große Anstrengung den Berg erklimmen zu können. Während des Aufstieges ergeben sich ausreichend Gelegenheiten, fasziniert vom famosen Landschaftsbild mit weitem Blick auf das Meer in Verzückung zu geraten. Fast unvorstellbar, dass Athos, entgegen seiner beschaulichen und bescheidenen Ausstrahlung, dabei aber auch Stätte bedeutender, byzantinischer Kunst und Kultur ist. Die historischen Schätze werden in den Hallen der Klöster, Kirchen und der Bibliotheken aufbewahrt, darunter: Ikonen, etliche Handschriften mit den Siegeln der Kaiser, rare religiöse Editionen, Mosaikböden und Wandmalereien aus dem Hochmittelalter. Ganz sicher ein Fleckchen Erde, das einen größeren Fokus verdient als es selber zulässt. Ein Ziel ausschließlich für Tagestouren, etwa von Chalkidiki oder Sithonia ausgehend.

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Landkarte von Athos

Landkarte von Athos